Kultur und Freizeit

Langewiel? Mutt nich!


Emmy Jensen
Bild: Peter Fänger

„Pellworm hat viel zu erzählen. Wer den Zauber der Insel verstehen möchte, dem erzähle ich gerne ihre Geschichten.“

 

Emmy Jensen, 86 Jahre alt
(Lebens-) Künstlerin, Himmelsmalerin und Geschichtenerzählerin



Vereine und Verbände

Name Ansprechpartner Telefon
Bauernverband

Nico Nommsen 

04844 - 293

DRK Ortsverein 

Gerd Nommsen 

04844 - 1596 

Förderverein Pflege und Sozialstation Königswiese  

Jürgen Feddersen 

04844 - 1207 

Förderverein Hermann-Neuton-Paulsen-Schule

Maike Jensen 

04844 - 9904813

Freiwillige Feuerwehr

Jens Uwe Jensen

04844 - 765 

Freesenverein 

Klaus Jensen 

04844 - 399 

Fremdenverkehrsverein 

Hellmut Faltz 

04844 - 2453095 

Gesangsverein: Gemischter Chor

Doris Ohrt

04844 - 610

Gesangsverein: Gospel Chor

Andrea Clausen

04844 - 407

Gesangsverein Shanty Chor

Claus Zetl

0171 – 6882212

Handwerkerverein 

Sönke Petersen 

04844 - 990783 

Hegering 

Heinrich Ewers 

04844 - 698 

Kunstgewerbeverein 

Manuela Orth 

04844 - 652 

Landfrauenverein 

Astrid Korth

04844 - 1227

Landjugend 

Eva Samuelsen 

04844 - 413 

Naturschutzverein Mittleres Nordfriesland  

Heinrich Ewers 

04844 - 698 

Ökologisch Wirtschaften!

Hannes Lorenzen 

vorstand@oeko-verein-pellworm.de 

Ortskulturring Pellworm 

Astrid Jensen 

0178 - 8205475 

Pellwormer Yachtclub 

Kurt Kossatz 

04844 - 726 

Sozialverband 

Dörte Koch 

04844 - 1363

Ringreiterverein Hol fast 

Diana Johns 

0151-22221051 

Ringreiterverein Wittjacken 

Uwe Süfke 

04844 - 551 

Sportverein TSV Pellworm 

Georg Cornilsen 

04844 - 226 

Theatergruppe Freesenvereen 

Ellen Knudsen 

04844 - 1219 

Verein Insel-Lieder-Leute

Doris Ehlers 

04844 - 378

Watt&Meer

Dr. Uwe Kurzke

0172-6241054

Kirchengemeinden

Ev.-Luth. Kirchengemeinde

Pastorin Alexandra C. Teresa Hector

Liliencronweg 10

Mobil: 0160 98943778

Telefon: 04844 - 992399

E-Mail: kirchengemeinde-pellworm@t-online.de

 

Katholische Kirche St. Petrus

im Momme-Nissen-Haus

Bupheverweg 1

Telefon: 04844 - 688

E-Mail: mommenissenhauspellworm@outlook.de


Die Insel Pellworm. Ein historischer Spaziergang

Alte Kirche St. Salvator Pellworm
Alte Kirche St. Salvator

„Die Insel Pellworm“, heute eine grundlegend charakteristische Eigenschaft unserer Gemeinde, ist in der jetzigen Form ein extrem junger Zustand. Vor Ende des 11. Jahrhunderts gehörte das Gebiet zu einer großen Ebene, bis 1634 zur fast 100 km² Insel Strand. Große „Mandränken“, also Sturmfluten, rissen immer wieder Teile hinweg und nur der seit 900 Jahren betriebene Deichbau erlaubt unser Überleben im Wattenmeer. Die Insel in ihrer jetzigen Form exitiert erst seit 1939!

 

Von den gewaltigen Veränderungen zeugt auch die „Alte Kirche St. Salvator“, die heute am Inselrand liegt. In der Zeit ihrer Gründung um 1095 lag sie in der Mitte einer großen Gemeinde, zu der auch die Halligen im Norden und Westen gehörten. Die romanische Apsis und der Chor stammen von etwa 1180, das Langhaus wurde in zwei Bauabschnitten im 13. Jahrhundert erstellt. Der Turm zeigt trotz starker Verwitterung schon eindeutig gotische Elemente, sodass er vermutlich um 1280 fertig gestellt wurde. 1611, also schon 23 Jahre vor der großen Flut von 1634, stürzte er ein und zerstörte weite Teile des Langhauses, das dann ohne Westeingang mit barocken Fenstern wiederaufgebaut wurde.

 

 

Die „Neue Kirche St. Crucis“ erstand aus der Kapelle des ehemalig adeligen Gutes „Seegaden“, das als Wohnung für den „Staller“ den Oberbeamten des Landesherren diente. 1528, also noch zu katholischer Zeit, wurde ein Kirchenneubau an unbekannter Stelle erwähnt. Der jetzige Bau wurde um 1622 erstellt und beherbergt zahlreiche Ausstattungsgegenstände aus den nach 1634 aufgegebenen Kirchen der Nachbargemeinden.

 

Neue Kirche St. Crucis Pellworm innen
Neue Kirche St. Crucis
Neue Kirche St. Crucis Pellworm außen

Pellwormer Nordermühle im Winter

Die Nordermühle stammt in ihrer heutigen Form von 1777. Sie steht jedoch auf dem Platz einer Vorgängerin, die wohl ebenfalls als Gallerie-Holländer, also mit drehbarer Kappe nach der Flut von 1634 erbaut wurde. Im Bereich Pellworm hat es zeitweise bis zu 12 Windmühlen 22 gegeben, die aber überwiegend kleinere Bockmühlen waren, deren ganzer Körper in den Wind gedreht werden musste. Die großen Sturmfluten haben gerade solche technischen Wunderwerke ihrer Zeit zerstört. An der Nordemühle und ihrem Standort am Deich kann man jedoch erkennen, wie sehr der Deich seit 1634 erhöht worden ist, die Mühle stand einmal oben auf der Deichkrone!

 

Ein Überbleibsel solcher Meereseinbrüche der großen Sturmfluten ist das „Waldhusentief“, ein flacher Binnensee mit durchschnittlich 1 m Tiefe. Von dort schlängelt sich der „Beekstrom“, der einen Großteil der Inselentwässerung besorgt. Da das Grundwasser unter Pellworm stark salzhaltig ist und in diesen Gewässern mit dem Oberflächenwasser in Verbindung steht, wachsen an deren Ufern auch Pflanzen, wie man sie sonst nur außendeichs auf den Salzwiesen findet.

 


Häuser am Deich auf Pellworm

Diese Grundwassersituation und die damit verbundene „Wassersnoth“ bildet eine wesentliche Grundlage für den Warftenbau: Eine Warft ist nicht nur Anhebung des Bauplatzes für die Pellwormer Höfe, sie erlaubt auch das Anlegen von Zisternen – Trinkwasserspeichern. Einen „Fething“, einen Vieh-Tränkteich, kann man auf Tammwarft noch erleben.

 

Die über 8 m hohen Seedeiche, die im Laufe des 20. Jahrhunderts bis zu 3 Mal erhöht wurden, führen zu einem besonderen Effekt. Das Regenwasser der Insel kann diese „Salatschüssel“ nicht ungehindert verlassen. Nur bei niedrigen Wasserständen während der Ebbe läuft das Binnenwasser durch eine selbsttätige Schleuse in den Hafen im Osten ab. Dieser Hafen war bis 1993 auch alleiniger Anschluss des Inselverkehrs an das Festland. Da er aufgrund der Gezeiten nur eingeschränkt nutzbar ist, schuf der Tiefwasseranleger eine fast tiedefreie Anschlussmöglichkeit nach Nordstrand. Trotzdem ist die Inselversorgung teuer und die auf Pellworm produzierten Produkte unterliegen zusätzlichen Frachtkosten. Damit sind bei erhöhten Lebenshaltungskosten nur recht niedrige Einkommensmöglichkeiten gegeben.

 

Deshalb hat sich die Insel in den letzten Jahrzehnten stark in der Gewinnung regenerativer Energien engagiert. Wind und Sonne haben wir reichlich und die Kabelverbindung zum Festland brauchen wir sowieso, um eine ständige Versorgungssicherheit zu behalten. Da ein Großteil der Produktion von Pellwormer Familien gehalten wird, werden auch die Gewinne hier erwirtschaftet. Diese fließen ein in die lokale Wirtschaft und erlauben so, dass Pellworm für die geringe Größe von Gemeinde und Bevölkerung reges Handwerk und Gewerbe aufweist und eine recht gute Infrastruktur bis hin zur medizinischen Versorgung vorhalten kann. 

Text: Walter Fohrbeck, M. A., Archiv-/Museumsleiter Gemeinde Pellworm


Museen

Rungholt Museum Bahnsen auf Pellworm

Rungholt Museum Bahnsen

Helmut Bahnsen, ursprünglich Fischer und Wasserbauer, machte Anfang der 70er Jahre seine ersten Funde untergegangener Siedlungsflächen rund um Pellworm. Er begann, sich intensiv mit der Forschung zu beschäftigen. Er verglich seine im Watt gewonnenen Erkenntnisse mit der vorhandenen Literatur, barg zahlreiche Funde, die sonst verloren gegangen wären und baut seit Anfang der 80er Jahre ein kleines privates Museum zur Thematik Untergegangene Kulturlandschaft auf. Neben den vielfältigen Funden beeindrucken seine Erzählungen, in denen er seine Erkenntnisse und Erlebnisse vermittelt. Außerdem bietet er geführte Wattwanderungen auf der Suche nach Kulturspuren an, die auch heute noch im umliegenden Watt zu finden sind.

 

Helmut und Rita Bahnsen

Westerschütting 2

25849 Pellworm

Tel.: 04844/569

 

Öffnungszeiten:

Nach Anmeldung und siehe Informationen im “Pellworm heute" 

Kulturspuren im Watt bei Pellworm
Wenn die Nordsee Kulturspuren freilegt
Kulturspuren aus dem Watt bei Pellworm
Kulturspuren aus dem Pellwormer Watt

Nationalpark-Haus auf Pellworm

Nationalparkausstellung (Schutzstation Wattenmeer)

 

Die Station auf Pellworm wird ganzjährig von MitarbeiterInnen im Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) und MitarbeiterInnen im Bundesfreiwilligendienst (BFD) betreut. In dem Nationalpark-Haus direkt am alten Hafen können Besucher aller Altersgruppen die faszinierende Tierwelt der Nordsee erkunden. In drei Räumen bieten ein großes offenes Aquarium, verschiedene weitere Becken sowie verschiebbare Infotafeln und zahlreiche kleine und große Exponate umfassende Informationen über die Natur der Insel und des vorgelagerten Süderoogsands.

 

Das Nationalpark-Haus ist zu folgenden Zeiten für Sie geöffnet:

Montag, Dienstag, Mittwoch, Freitag und Samstag: 10 - 13 Uhr und 14 - 17 Uhr

Sonntag: 14 - 17 Uhr

Inselmuseum auf Pellworm

Inselmuseum

 

Das Inselmuseum der Gemeinde Pellworm bietet im Obergeschoss des Tourismus-Services an der Uthlandestraße Einheimischen und Gästen Informationen über die Geschichte der Insel und das Alltagsleben früherer Zeiten.

 

In der Abteilung Inselgeschichte bieten zehn Stationen und eine Zeitsäule in Vitrinen und Schubkästen Erklärungen zu besonderen Bereichen der Region an: Erdgeschichte und Landschaftsveränderung, Deich- und Warftenbau, Sturmfluten, Hausentwicklung, Kirchengeschichte, Windenergie früher und heute, Schulwesen und Kinderleben, Hafen und Seefahrt, die Vogelkoje, und der Dichter Detlev von Liliencron bilden die Schwerpunkte. Anhand von Originalobjekten, Modellen und bebilderten Texten wird vieles anschaulich, was für den Nicht-Eingeweihten oft unverständlich ist: Die bedrohliche Macht des Meeres, die in den Alltag der hier lebenden Menschen einwirkt: die mühsame Wasserversorgung, die bis in die 1960er Jahre zu zahlreichen Sonderregelungen führte. Verkehrsferne und Brennstoffknappheit. Die besonderen Lebensumstände machen auch viele besondere Verhaltensweisen der Insulaner verständlich!

 

Volkskundliche Abteilung des Inselmuseums auf Pellworm

In der volkskundlichen Abteilung werden in verschiedenen Inszenierungen Ausschnitte aus dem Alltagsleben früherer Zeiten dokumentiert: Kaufmannsladen und Schmiede, Küche und Landwirtschaft Doktorkutsche und Melkanlage können anhand der vorhandenen Geräte und Gegenstande „begriffen“ werden. Gerade Kindern werden die Dinge anschaulich, weil man auch mal etwas ausprobieren darf.

 

Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.

 

Inselmuseum im Haus der Tourist-Information

Uthlandstraße 2

25849 Pellworm

04844-18935

 

Öffnungszeiten: 

Mo-Do 8 - 12, 14 - 16 Uhr, Fr 8 - 12 Uhr

Schifffahrtsmuseum

Die maritime Ausstellung im alten Dampferschuppen am Hafen zeigt die Arbeit der Fischer, Seeleute und Schiffer der Insel, außerdem die spannende Dauerausstellung "Seefahrt tut Not". Hier werden die Gefahren der Seenotrettung beeindruckend dargestellt.

 

Geöffnet in der Zeit von ca. April bis Oktober. Der Eintritt ist frei.

Schifffahrtsmuseum auf Pellworm
Im Schifffahrtsmuseum auf Pellworm


Archivgruppe

Das Inselmuseum/Inselarchiv Pellworm wird von der Gemeinde Pellworm getragen und hauptamtlich wissenschaftlich geleitet. Es umfasst eine Ausstellungsfläche von 300 qm sowie Depots für den Sammlungsbestand. Der Sammlungsschwerpunkt liegt im Bereich „Heimatmuseum“, wobei die Insel Pellworm zahlreiche Sonderbedingungen für das Alltagsleben der Bevölkerung bietet und bot. Besonderheiten wie Deichwesen und Inselentwässerung, wie das Sammeln von Spuren untergegangener Siedlungen im Watt und Besonderheiten der Erreichbarkeit (Seefahrt und Fähr-wesen) verlangen nach besonderer Aufbereitung. Etwas 70 % der Sammlung können nicht dauernd ausgestellt werden. Eine private Sammlung zu Wattenfunden von Kulturspuren in Privatbesitz wird kooperativ begleitet.

 

Außerdem gibt es ein Archiv der Gemeinde mit Urkunden und Texten sowie verschiedenen Fotosammlungen sowie eine Bibliothek. Dem Museum angegliedert sind selbständige ehrenamtliche Arbeitsgruppen: der „Dampferschuppen“, eine Ausstellung im ehemaligen Reedereigebäude am Hafen mit Dauerausstellung zu Seefahrt, Fischerei und Seezeichenwesen. Das Archiv, das durch private Sammlungen stark wächst, wird von einer weiteren Arbeitsgruppe digital erfasst und aufbereitet.

 

Text: Walter Fohrbeck, M. A., Archiv-/Museumsleiter Gemeinde Pellworm