Seeadlerpaar in der Pellwormer Vogelkoje


WICHTIG - aktiver Seeadlerschutz geschieht im wesentlichen durch den Schutz des Brutplatzes!
Das Landesnaturschutzgesetz schreibt hier das Unterlassen jeglicher störender Handlungen in einem Radius von 100m um den Horstbaum vor. Die Empfehlung der Projektgruppe Seeadlerschutz, mit der wir in engem Kontakt stehen, ist einfach: wenn irgend möglich soll dieser Bereich ganzjährig überhaupt nicht betreten werden! Aufgrund der Störungsempfindlichkeit der Seeadler am Brutplatz wird eine Jagdruhezone von mindestens 300m um die Vogelkoje eingerichtet

 

AKTUELLES im Oktober :

Erfreulicherweise ist "unser" Seeadlerpaar wieder an und in der Vogelkoje zu beobachten. Daraus lässt sich schließen, dass das Paar mit hoher Wahrscheinlichkeit einen erneuten Brutversuch starten wird.

Bereits im Oktober/November führen viele Seeadler-Paare eine Herbstbalz durch, die der Anpaarung, dem Auffrischen der monogamen Verpaarung und Horstbauhandlungen dient. Die eigentliche Balzperiode liegt im Spätwinter/Vorfrühling etwa von Januar bis Februar. Dann wird entweder ein neuer Horst gebaut oder ein alter Horst mit frischem Nistmaterial aufgestockt.

Ausgewachsene Seeadler haben neben dem Menschen praktisch keine natürlichen Feinde. Wie einige andere Greifvogelarten auch, hatte der Seeadler als Endglied der Nahrungskette vor allem in den 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts stark unter der ungehemmten Anwendung von Pflanzenschutzmitteln, vor allem DDT, zu leiden. Deren Inhaltsstoffe führten zu dünneren Eischalen, so dass viele Gelege beim Bebrüten zerbrachen. Auch die Belastung mit Quecksilber war z.T. bedrohlich hoch. Nach dem Verbot der Anwendung dieser Mittel haben sich die Belastungen und die Bestände wieder recht gut erholen können.
Auch die direkte Verfolgung (vorsätzliche Vergiftung, Abschuss, illegales Aushorsten von Jungvögeln und Sammeln der Eier) durch den Menschen hat glücklicherweise stark nachgelassen, wenngleich einzelne Naturfotografen und „Vogelfreunde“ nach wie vor zu nah an die Horste vordringen und die Adler damit zum Brutabbruch treiben.

Für den Seeadler gibt es in Schleswig-Holstein ein Artenhilfsprogramm!

AKTUELLES im Spätsommer:

Junge Brutpaare haben in der Regel keinen bzw. nur einen schlechten Bruterfolg. Dies trifft sicherlich für das Jahr 2020 zu. In diesem Frühjahr hat das Seeadler-Paar mit hoher Wahrscheinlichkeit infizierte Gänse ( (Vogelgrippe) verfüttert, so dass die Küken daran verstorben sein könnten. Das Seeadler-Paar wurde seit dem Frühsommer nicht mehr an oder in der Vogelkoje beobachtet.

Bereits im Oktober/November führen viele Seeadler-Paare eine Herbstbalz durch, die der wiederholten Anpaarung und erneuten Horstbauhandlungen dient.
Die eigentliche Balzperiode liegt im Spätwinter/Vorfrühling etwa von Januar bis Februar.

Wir bleiben optimistisch und hoffen auf eine Balz im Herbst und einen erneuten Brutversuch im nächsten Jahr.

ALLGEMEINE INFORMATIONEN:

Der Seeadler ist der größte einheimische Greifvogel. Das Gewicht eines adulten Seeadlers beträgt 4 bis zu 5,5 kg. Kennzeichnend sind der helle Kopf, der mächtige gelbe Hakenschnabel und die mit starken Krallen versehenen Greiffüße. Die Geschlechtsreife wird mit dem Anlegen des Alterskleides, also im 4. Lebensjahr erreicht. Adler im Jugendkleid sind immer dunkel gefärbt. Das Nest hat einen Durchmesser von über 2m und wird bevorzugt auf Buchen errichtet. Unser Adlerpaar in der Vogelkoje versucht auf einer Esche zu brüten und hat dabei ein bereits vorhandenes Kolkrabenhorst überbaut. Die Nester befinden sich normalerweise in 20-30 Metern Höhe, wobei ein freier An- und Abflug gewährleistet sein sollte. Anfang März legt das Weibchen 1 bis 3 Eier, nach etwa 38 Tagen Brutdauer schlüpfen die jungen Seeadler. Seeadler ernähren sich während der Brutzeit vor allem von Fischen und Wasservögeln, auch tote Tiere werden besonders im Winter gerne genommen. Zudem steigt im Winterhalbjahr der Anteil der Wasservögel beträchtlich an und kann 80% der Beute ausmachen. Der Seeadler gehört zu den seltenen Wildtierarten Deutschlands! Die Hege der Adler sollte für uns eine Selbstverständlichkeit sein und die Tatsache, dass wir mehrere Brutversuche in der Vogelkoje auf Pellworm beobachten konnten, ist ein besonderes Privileg. Aktiver Seeadlerschutz geschieht im wesentlichen durch den Schutz der Brutplätze. Das Landesnaturschutzgesetz schreibt hier das Unterlassen jeglicher störender Handlungen in einem Radius von 100m um den Horstbaum vor. Die Empfehlung der Projektgruppe Seeadlerschutz, mit der wir in engem Kontakt stehen, ist einfach: wenn irgend möglich soll dieser Bereich ganzjährig überhaupt nicht betreten werden! Es ist für den Menschen schwierig, die Störungsintensität seiner Handlung zu beurteilen - zu viel hängt vom Adler, dem Zeitpunkt, der Vegetation usw. ab. Sofern es notwendig ist, können auch größere Bereiche des Horstumfeldes gesperrt werden. Aufgrund der Störungsempfindlichkeit der Seeadler am Brutplatz wird eine Jagdruhezone von mindestens 300m um die Vogelkoje eingerichtet! Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an den Naturschutzbeauftragten oder an das Projektmanagement der Gemeinde Pellworm.

 

WICHTIG - aktiver Seeadlerschutz geschieht im wesentlichen durch den Schutz des Brutplatzes!

 

AKTUELLES im Juni:

In einem ähnlichen Fall in Estland wurde folgendes beobachtet:

* Schlupf der Seeadler-Küken am 28./30.04.

* plötzlicher Tod der Küken am 12./13.05.

* nach Untersuchung der Küken wurde der Vogelgrippe-Erreger H5N1 festgestellt

* die adulten Seeadler haben das Nest verlassen und sind im Juni bzw. Sommer (noch) nicht wieder am Brutplatz beobachtet worden (Nestkamera)

 

 

 

AKTUELLES im Mai:

Im Mai konnten wir deutlich veränderte Aktivitäten im Nest beobachten und sehen, dass es Futterflüge zum Nest und auch Fütterungen der Küken gab. Seit Mitte Mai wurden keine Aktivitäten, Rufe, Futterflüge mehr beobachtet. Ende Mai wurde der Horst untersucht - er war komplett leer, lediglich Futterreste von Weißwangen- und Graugans waren noch vorhanden. Wir gehen davon aus, dass die Küken mit hoher Wahrscheinlichkeit an der Vogelgrippe (Fütterung infizierter Gänse) gestorben sind.

 

AKTUELLES im April:

Mittlerweile sitzen die Seeadler auf dem Nest und bebrüten ihre Eier. Anfang April konnte ein Brutwechsel beobachtet werden. Zur Brutzeit sieht es oft so aus, als sei das Nest leer - dies liegt lediglich daran, dass der Seeadler tief geduckt im Nest sitzt. In der Anfangszeit findet eine Brutablösung ca. alle vier Stunden statt und der andere Partner hält sich oft in der Nähe des Nestes auf. 2020 waren 123 Seeadler-Revierpaare in Schleswig-Holstein besetzt. Zwei Drittel der Seeadlerpaare haben 2020 Nachwuchs bekommen: 128 Jungvögel zählte die Projektgruppe Anfang Juli 2020.

Doch die Vögel haben auch Feinde. Die Projektgruppe Seeadlerschutz meldete, dass sie im letzten Jahr 18 tote Tiere gefunden hätten, zwei von ihnen wurden nachweislich vergiftet.

 

AKTUELLES im März:

Im März konnte einige Male beobachtet werden, dass die Seeadler sich paaren.

 

AKTUELLES im Februar:

Die Zuwegung zur Vogelkoje ist ebenfalls gesperrt! Wir bitten um euer Verständnis.

 

AKTUELLES im Januar 2021:

Der Horst ist - wie erhofft - von dem Seeadlerpaar besetzt und über Winter vergrößert worden. Das Revierpaar ist sehr aktiv, das Weibchen sitzt oft am Nest und "bewacht" es. Man kann die Adler auch gelegentlich beim Jagen z.B. über dem Solarfeld, am Bekstrom und Lindenhof beobachten. Die Vogelkoje bleibt gesperrt. Über die Sperrung der Zuwegung wird im Laufe der Brutzeit entschieden.

Vielen Dank für euer Verständnis.

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2020

AKTUELLES im Juni:

Die Zuwegung zur Vogelkoje ist wieder geöffnet, die Vogelkoje bleibt bis auf weiteres gesperrt. Leider wird es in diesem Jahr keinen Nachwuchs geben, da das Seeadler-Paar die Brut aufgegeben hat. Bei jüngeren Paaren kommt es häufig zu keinem erfolgreichen Brutverlauf - eventuell sind die Eier unbefruchtet.

ACHTUNG:

Aktuell ist auch die Zuwegung zur Vogelkoje aufgrund der fortgeschrittenen Burtzeit gesperrt. Diese Sperrung gilt bis zum 15.08.2020 - wir bitten um Ihr Verständnis und hoffen auf baldigen Seeadler-Nachwuchs!

AKTUELLES im Mai:

Woran kann man erkennen, dass "unser" Seeadler-Paar tatsächlich brütet? Zur Brutzeit sieht es oft so aus, als sei das Nest leer - dies liegt lediglich daran, dass der Seeadler tief geduckt im Nest sitzt. In der Anfangszeit findet eine Brutablösung ca. alle vier Stunden statt und der andere Partner hält sich oft in der Nähe des Nestes auf. Auffällig ist auch, dass man die Seeadler hört. Außerhalb der Brutzeit ist der Seeadler meist stumm, doch momentan hört man vor allem in Nestnähe ein lautes, gereihtes "klii klii klii klii...". Der Warnruf klingt tiefer und ist ein wenige Male wiederholtes "kleck, kleck, kleck...". Seeadlerweibchen legen 1-3 Eier und brüten ca. 38 Tage lang. Tagsüber verteidigt das kräftigere Weibchen den Adlerhorst gegen Störungen, das Männchen kann bis zu 7 Stunden am Stück auf den Eiern sitzen. Nachts sitzt mehr das Weibchen auf dem Horst.

2019 waren in Schleswig-Holstein 118 Seeadler-Reviere besetzt. 87 Paare brüteten erfolgreich, so dass Ende Juni/Anfang Juli 135 junge Seeadler flügge waren!

 

WICHTIG - aktiver Seeadlerschutz geschieht im wesentlichen durch den Schutz des Brutplatzes!

 

AKTUELLES im April:

Seit einigen Tagen ist das Seeadler-Paar fest an und auf ihrem Horst. Wir gehen davon aus, dass es sich mittlerweile um ein Brutpaar handelt und hoffen auf erfolgreichen Nachwuchs!

 

AKTUELLES im März:

In den letzten Tagen konnte wiederholt beobachtet werden, dass die Seeadler sich paaren. Vermehrt ist auch zu beobachten, dass sich beide Vögel in der Koje aufhalten und das Nest besetzen. Die Seeadler versuchen weiterhin, das Kolkraben-Paar aus ihrem Revier und vom Horst zu vertreiben.